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Gab es doch in einer Zeitung, ich weiß nicht mehr welcher, eine Karikatur: Es wurden zwei coole Kids im Vordergrund gezeigt und im Hintergrund winkte eine ältere Dame aus einer langen Schlange von Menschen, den Kindern zu. Unter diesem Bild stand: „Cool, was!? Meine Oma ist auf einer DEMO!“

In Schaephuysen fand in diesem Jahr unsere Fronleichnamsprozession statt. Doch von der Partie waren nicht nur die eingeladenen Fahnenabordnungen, der Kirchenchor, die Bläser, Pastor und die Messdiener. Nein, viele Menschen aus unseren drei Dörfern gingen mit. Da konnte es durchaus sein, dass nicht nur die Oma mitging, sondern auch die Enkel und Urenkel, die sich dann freudig an den Stationen wiedersahen und sich gegenseitig zuwinkten.

So soll es sein. Generationenübergreifend wollen wir katholische Christen unseren Glauben zeigen. Eine Fronleichnamsprozession, bei der der Heiland in Form der Hostie, des heiligen Brotes, in der Monstranz gezeigt wird.

Beim letzten Abendmahl mit seinen Jüngern, nahm Jesus das Brot, brach es, sprach das Dankgebet und reichte es seinen Jüngern mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis.

Und wir erinnern uns in jeder Eucharistiefeier an diese Worte. Wir bekommen in der Kommunion seinen Leib, damit er uns ganz nah ist und in uns wirken kann.

Jesus sagte von sich selber: „Ich bin das lebendige Brot.“

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Was ist Brot für uns? Grundnahrungsmittel? Die Kinder haben zu Beginn der Prozession Weizenähren und einen Korb voll Weizenkörner kennengelernt und zur nächsten Station getragen. Sie haben aus den Weizenkörnern in mühsamer Handarbeit mit ausgeliehenen Kaffeemühlen Mehl gemahlen. Wasser, etwas Salz und Öl wurde diesem Mehl bei der Station am Sandbruch zugemengt und zu einem Teig geknetet. Während der Eucharistiefeier auf dem Feuerwehrplatz musste dieser Teig ruhen, um dann nach der Prozession auf einem offenen Feuer auf gusseiserne Woks und Pfannen zu einem köstlichen Fladenbrot gebacken zu werden. Die Kinder hatten sehr viel Spaß ihr eigenes Brot zu backen und alle Anwesenden konnten dieses Brot mit Haroseth und Hummus kosten. Für das flüssige Brot und weitere Getränke sorgte Angela H. mit tatkräftiger Unterstützung der Bruderschaften.

Während die einen den Prozessionsweg singend und betend gingen, fanden sich etwas später ca. 35 Personen (die den Weg nicht mehr laufen können) zum Wortgottesdienst auf dem Feuerwehrplatz ein. Es wurden die gleichen Texte gelesen und gebetet und die gleichen Lieder gesungen. So waren wir im Gebet miteinander verbunden. Ich las anstatt der Predigt eine Geschichte vor und bemerkte, dass es heutzutage schwierig ist, den Glauben an das „lebendige Brot“ weiter zugeben. Ich appellierte: Jeder solle versuchen, den Glauben an Jesus Christus, weiterzutragen, sei es durch das tägliche Gebet, das Gespräch über Gott in den Familien oder das gemeinsame Feiern der Messe in den Gemeinden. Das Wort Gottes ist genauso wichtig wie unser tägliches Brot.

Ich möchte mich im Namen der Hauptamtlichen und des Pfarreirates mit einem herzlichen „Vergelt’s Gott“ bei allen Anwesenden, Organisatoren und Helfern bedanken. Es war ein schönes Fronleichnamsfest. DANKE!

Barbara Kopal

Pfarreiratsmitglied

Fotos: Norbert Sievers

In Kürze anstehende Termine: