P1150756Liebe Schwestern und Brüder,

„Es wird nicht eher hell, bis es nicht ganz dunkel geworden ist!“ – das ist ein jüdisches Sprichwort, das die heutige, die Adventszeit beschreibt und letztendlich mündet in die alte Tradition unserer Kirche, dass die Christmette zu Weihnachten eigentlich um 0 Uhr nachts beginnen soll: Die dunkelste Stunde ist der Anfang eines neuen Tages!

Nur im Aushalten der dunkelsten Stunde, kann neues Licht entstehen, und es wird umso heller erscheinen, je kleiner der Anfang ist.

Und so ist es auch mit dem Erscheinen des göttlichen Lichtes zu Weihnachten: Gott hat die dunkelste Menschenstunde ausgehalten, denn da, wo vermeintlich menschlicher Frieden verkündet wurde durch den Kaiser Augustus, kommt Er in diese Welt, um sie und sich selbst, zu ihrer/seiner dunkelsten Stunde hin und hindurch zu führen: Das Gottessterben am Kreuz. Wo wir Menschen vermeintlich Frieden verkünden, erzwingen, deklarieren, ist der Abgrund erreicht, denn bei allem Bemühen: Wir schaffen das nicht – siehe die Welt bis zum Jahr 2017! Wirklicher Friede ist ein göttliches Geschenk für den Einzelnen, für unsere Umgebung, für diese Welt. Doch dieser Friede ist kein Waffenstillstand, sondern die Wirklichkeit und das Vermögen auch in tiefster Bedrängnis und Dunkelheit auszuhalten im Bewusstsein der Liebe Gottes, die uns hält. Nur wer in der Dunkelheit das Licht weiß, hält sie aus und durch bis es erscheint – das Licht.
So wünsche ich uns allen, dass wir es erfahren können, dass das Licht Gottes in allem Lichtergeflacker der vermeintlichen Adventszeit in uns erwachen kann in einem guten Gedanken, in einem Geistesblitz , in dem Bewusstsein: Gott ist trotzdem in unserer Welt und in mir: Die Dunkelheit ist da, aber ich weiß das Licht.

Im Namen aller Mitarbeitenden

Norbert Derrix, Pastor  

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