Die Geschichte der Pfarrgemeinde St. Hubertus


 

 

Die heutigen Pfarreien Rheurdt und Schaephuysen waren ursprünglich Kapellengemeinden der Mutterkirche Aldekerk. Über den Bau der ersten Kapelle in Schaephuysen gibt es keine schriftlichen Überlieferungen. Aus einer Urkunde im Jahre 1595 geht aber hervor, daß die "Hubertuskapelle" in Schaephuysen in diesem Jahr schon hundert Jahre alt war, daß sie also vor 1495 bestand.


Zu dieser Zeit gehörte fast das gesamte Niederrheingebiet zum Erzbistum Köln. In seiner Eigenschaft als Archidiakon nahm aber faktisch der Propst des Xantener Victor-Stifts die bischöfliche Funktion wahr.

 

Besonders nachteilig wirkte sich die Zugehörigkeit zur Pfarre Aldekerk dadurch aus, dass Heiraten, Taufen und Beerdigungen in Aldekerk stattfinden und dort auch die Sonntagsmessen besucht werden mußten. In der Schaephuysener Kapelle wurden ursprünglich nur drei Werktagsmessen gelesen. Wegen der weiten und schlechten Wege war es älteren Leuten, Frauen und Kindern -besonders im Winter- oft nicht möglich, den Sonntagsgottesdienst in Aldekerk zu besuchen. Eine Erleichterung war es daher, als dne Schaephuysenern 1626 gestattet wurde, auch sonntags eine Messe in ihrer Kapelle lesen zu lassen. Ausgenommen davon waren jedoch bestimmte hohe Feiertage.

 

Als Rheurdt 1718 von Aldekerk getrennt und zu einer selbständigen Pfarre erhoben wurde, setzten auch in Schaephuysen Bestrebungen ein, selbstständige Pfarre zu werden.

 

Auf Grund einer Bittschrift erlaubte der (zu dieser Zeit zuständige) Bischof von Roermond im Jahre 1724 "den Bittstellern von Schaephuysen, dass sie aus uns bewegenden Gründen an allen Sonn- und Feiertage ohne Ausnahme in ihrer Kapelle eine hl. Messe haben, aber mit der Bedingung, daß während derselben gepredigt wird. Sonst aber sollen sie noch zuständig sein bei ihrem Pastor von Aldekerk. Wie sie aber nicht imstande sind, einen eigenen Pastor zu unterhalten, so geben wir dem Pastor von Rheurdt die Erlaubnis zu binieren mit der Pflicht zu predigen in der hl. Messe."

 

Erst nach über achtzigjährigen Bemühungen, Eingaben und Vorsprachen beim Bischof wurde Schaephuysen im Mai des Jahres 1804 zur selbständigen Pfarre erhoben. Demnach konnte die Pfarrgemeinde im Jahr 2004 ihr 200-jähriges Jubiläum feiern!

 

Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft wurde 1821 Schaephuysen zusammen mit den nördlichen Teilen des Niederrheins dem Bistum Münster zugeordnet. Auf Wunsch des preußischen Staates waren niederländische und deutsche Gebiete nunmehr nicht nur politisch, sondern mit dieser Neuordnung auch kirchlich voneinander getrennt.

 

Zum 200-jährigen Jubiläum der Pfarrgemeinde ist im "Geldrischen Heimatkalender" ein ausführlicherer Bericht (1,75MB) von Herrn Mäschig erschienen, der mit dem folgenden Link geöffnet werden kann:

 


Text erstellt aus Unterlagen von Theo Mäschig

 

Am Fronleichnamstag (7. Juni) 2012 wurde die Pfarrgemeinde St. Hubertus Schaephuysen gemeinsam mit St. Antonius Tönisberg und St. Nikolaus Rheurdt zur neuen Pfarrei St. Martinus zusammen gelegt.

 

 

 

In Kürze anstehende Termine: