Fußfallstationen St. Antonius Tönisberg

 

Die sieben Fußfallstationen

 

Das Leiden und Sterben des Herrn zu betrachten und dabei entsprechende Gebete zu verrichten, ist eine Volksandacht, die schon in den alten christlichen Zeiten geübt wurde. Da es aber nur wenigen Christen möglich war, die heiligen Orte in Jerusalem zu besuchen, wählte man die Gräber der Märtyrer in den sieben Hauptkirchen von Rom. Dieser fromme Brauch verbreitete sich schnell. Weil aber die meisten Orte nicht über sieben Kirchen verfügten, errichtete man sieben Bildstöcke oder Fußfälle, vor denen man niederknien und beten konnte.

Die ersten sieben Fußfälle in Tönisberg stammen wahrscheinlich aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Henricus Slex, der von 1747 bis 1778 Pfarrer an St. Antonius war, kaufte 1748 von den Antonitermönchen eine Reliquie des Mönchsvaters Antonius und machte Tönisberg zu einem Wallfahrtsort. 1760 wurden bereits reitende Boten in die umliegenden Orte geschickt, die Plakate mit dem Aufruf zur Antonius-Wallfahrt an die Kirchentüren hefteten. Bei diesen Wallfahrten zogen die Pilger von Fußfall zu Fußfall und betrachteten das Leiden und Sterben Jesu.

Während der Besetzung der Rheinlande durch Napoleon 1794-1815 und der anschließenden Zugehörigkeit zu Preußen waren derartige Wallfahrten nicht erlaubt und so verfielen so nach und nach die Tönisberger Fußfälle.

Die alte Tradition wieder aufleben zu lassen, war Anliegen nicht nur der kath. Pfarrgemeinde. Da noch zwei alte Stationen und ein Heiligenhäuschen vorhanden waren, wurden nach und nach die fehlenden Stationen von Stiftern nachgebaut.


 

  1. Station

"Jesus wird zum Tode verurteilt"

gestiftet 1986 von der St. Antonius-Isidorus-Bruderschaft.

 

  1. Station

"Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern"

gestiftet 1994 vom Kirchenchor Cäcilia 1857.

 

  1. Station

"Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen"

die Station stammt noch aus dem 18. Jahrh., wurde aber modernisiert.

 

4. Station

 

 

                                     "Veronika reicht Jesus das Schweißtuch"

einzige, noch in ursprünglicher Form erhaltene Station, aus Feldbrandsteinen gebaut und weiß geschlämmt. Durch ein neues Dach wurde die Station vor Feuchtigkeit geschützt.

 

5. Station

 

"Jesus fällt unter dem Kreuz"

gestiftet 1995 von der Familie Furth.

 

                                                              6. Station

 

 "Jesus stirbt am Kreuz"

Ehemaliges Heiligenhäuschen, "Potte Jann" genannt, stand früher an der Bergstraße, Einmündung Windmühlenweg. Da diese Kreuzung in den 70er-Jahren ausgebaut wurde, versetzte man das Häuschen und baute es in wenig geänderter Form am Erprathsweg gegenüber der Schule wieder auf.

 

7. Station

 

 "Jesus wird in das Grab gelegt"

gestiftet 1987 von der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) Tönisberg.

 

Alle Tonreliefs - ausgenommen im Heiligenhäuschen - stammen im Entwurf und in der Ausführung von der damals in Tönisberg arbeitenden Keramikerin Anneliese Langenbach.

Seit 1995 gehen Tönisberger Christen am Karfreitag diesen traditionellen Kreuzweg und betrachten hierbei das Leiden und Sterben Jesu.

Auch Sie sind zu diesem Kreuzweg am Nachmittag des Karfreitags eingeladen.

Die Zeiten entnehmen Sie bitte den Medien.

 

 

 

 

In Kürze anstehende Termine: