Das Grab ist leer, der Held erwacht, der Heiland ist erstanden! (Landshuter Gesangbuch von 1777)

Liebe Schwestern und Brüder,

 

ganz herzlich grüße ich Sie alle im Namen des auferstandenen Herrn! 

 

Liebe Gemeinde!

„Sie lebten, sie litten, sie starben!“ – Ist das alles? Ist das alles, was über das eigene Leben und über das Leben der Menschen zu sagen ist? – Fehlt da nicht eine wesentliche Dimension? Hat das Grab das letzte Wort? Ist der Tod die Endstation? Auch Jesus wurde geboren, er lebte 33 Jahre in Nazareth, er hat gelitten unter Pontius Pilatus, ist gestorben und wurde begraben. Er lebte, er litt, er starb. Leben, leiden, sterben..., wenn das alles wäre, wenn da nichts mehr käme, wenn es kein Danach und Darüber hinaus gäbe, wäre das nicht trostlos und hoffnungslos?

 

Sehen Sie, mit Ostern steht alles auf dem Spiel. Es geht um Tod und Leben. Ist mit dem Tod alles aus? Endet alles im Nichts? Oder gibt es eine Zukunft über den Tod hinaus? Ohne Ostern wäre Golgotha die dunkelste der Stunde der Menschheit. Ohne Ostern wären die Sakramente leere Zeichen. Ohne Ostern wären die Märtyrer die bedauernswertesten Menschen. Ohne Ostern wäre unser ganzes christliches Mühen umsonst. Unser Glaube, unser Christsein wäre blanker Unsinn. Dann wäre es egal, ob ich als Mensch oder Hund geboren werde.

 

Auch mein Ordensleben wäre Unsinn und ich wäre heute hier nicht als Priester.  Wenn es Ostern nicht gäbe, wenn ich nicht glauben würde, dass Christus auferstanden ist, könnte ich eher heute als morgen meine Kutte an den Nagel hängen und nach Hause fliegen. Und das Messgewand hätte ich in der Sakristei erst gar nicht anziehen brauchen. Ohne Ostern wäre auch unser Beten und unsere Gottesdienstfeiern wertlos.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Alles steht und fällt mit dem Glauben an die Auferstehung. Davon hängt alles ab. Der Osterglaube ist das Herzstück, der Dreh- und Angelpunkt unserer Religion. Denn der Auferstehung verdanken wir alles. Durch die Auferstehung wird Jesu Wort - Gotteswort, sein Werk - Erlösungswerk. Alles verdanken wir Ostern: Unseren Glauben, unsere Hoffnung, unser Leben in der Gnade, unsere eigene Auferstehung, unsere Ewigkeit.

 

Aufbruch, Freude, Licht – das sind österliche Worte, die zugleich Wegweiser für unsere Pfarrgemeinde St. Martinus sein können: Aufbruch zu neuen Wegen. Freude an unserem Glauben. Licht und Hoffnung für unseren Weg. Das wünscht Ihnen und Ihren Familien.

 

Mit dem Segen des auferstandenen Herrn,

Ihr Pater Secil

 

Hier die Bilder der Kar- und Osterfeierlichkeiten 2019 aus unserer Pfarrgemeinde ansehen.