Gedanken zur den Kar- und Ostertagen von Pastor Derrix

Liebe Schwestern und Brüder,

 

Seit fast 2000 Jahren feiern Christen und Christinnen die Kar- und Ostertage. Sie erinnern sich dabei an Leiden, Tod und Auferstehung Jesu. Die Menschen haben schon immer Leid, Not und Tod als existentielle Erfahrungen erlebt. Alle Religionen versuchen, Antworten auf die Fragen zu geben, die in diesen Erfahrungen aufbrechen. Im Christentum glauben wir daran, dass Gott in Jesus den Tod der Menschen aushält und damit die Mauer des Todes aufbricht.

 

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich liturgische Formen entwickelt, in denen das Erinnern an die Erfahrungen Jesu stattfindet. Aber heute fällt es vielen Menschen schwer, das Leben in und hinter diesen liturgischen Formen zu finden und die Erinnerung lebendig werden zu lassen.

 

Unsere Pfarrgemeinde versucht gerade in der Karwoche das, „Erinnern“ mit eigenem Leben zu füllen, das heißt in jedem Jahr neu sich in das Geschehen der Kar- und Ostertage hineinnehmen zu lassen und das, was damals geschah, mit den eigenen Lebenssituationen in Verbindung zu bringen. Das bedeutet, Zugang zum Geschehen damals in Verbindung mit unserem Leben heute zu bekommen. Das bedeutet auch, mit den liturgischen Formen kreativ umzugehen, um den Sinn des Geschehens immer wieder neu zu entdecken. Was damals geschah ist letztlich nicht zu verstehen, aber eine Ahnung davon können wir in den Kar- und Ostertagen glaubend erfahren – auch bei den vorgegebenen liturgischen Feiern. Gerade die Osterliturgie, beginnend mit dem Palmsonntag bis hin zur Osternacht spricht aus sich heraus.

 

Dennoch sind wir immer auf der Suche nach anderen Zugängen, sinnvollen Veränderungen der Vorgaben, neue Wege zur Mitfeier der Gottesdienste.

 

So lade ich Sie alle im Namen aller Mitarbeitenden, sich auch in diesem Jahr auf den Weg zu machen mit uns neue Erfahrungen in alten Erinnerungen zu machen, und hoffe, dass wir auf unserem gemeinsamen Gottesdienstweg in dieser Zeit tragfähige Verbindungen untereinander, aber auch und erst recht zu Gott (neu) zu knüpfen.

 

Ich wünsche uns allen also eine heilbringende Fastenzeit und die erlösende Ostererfahrung, die wir alle so nötig haben.

 

Für alle Gremien und Mitarbeitenden

Ihr Norbert Derrix, Pastor

 

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Grafik "Karwoche": Birgit Seuffert
In: Pfarrbriefservice.de