Rückblick auf die Wallfahrt nach Banneux

Vor 86 Jahren erschien die Gottesmutter Maria einem jungen Mädchen in dem kleinen Dorf Banneux in den belgischen Ardennen. Für die Eltern und den dortigen Kaplan kam dies völlig überraschend und auch Mariette Beco war zuvor nicht durch Frömmigkeit aufgefallen. So erzählte uns die Pilgerleiterin vor Ort, wie die Anfänge waren an der Quelle der Nationen. Es folgte die Programmübersicht wie Filmvorführung, Beichtgelegenheit, Andachtsprozession und Krankensegnung . Unsere Pfarrgemeinde St. Martinus Rheurdt machte sich in diesem Jahr sehr früh auf den Weg zu diesem verschlafenen Nest in Belgien. Und in der Tat, einige Gaststätten hatten noch gar nicht geöffnet und die Pilgerscharen waren auch eher minimal.

 

Sind die Einladungsworte zu unverbindlich? KOMMT, IHR VÖLKER ALLE! Pastor Derrix verglich es in seiner Predigt mit einer Situation während einer Beerdigung: „Komm, wenn es Dir schlecht geht!“ sagt so mancher zum Trauernden und hofft insgeheim;“Hoffentlich kommt er/sie nicht.“ Will man wirklich im Leid eines anderen verwickelt sein? Will man es mittragen? Meist wird nichts aus dem Besuch, weil der Trauernde denkt: „Ich kann doch nicht überall nur rumheulen.“ und verkriecht sich lieber in seine eigenen vier Wände. Den Spruch hat wohl auch schon jeder einmal gehört: „Man sieht sich nur auf Beerdigungen. Wir müssen uns mal so treffen!“  Auch hier wird meist nichts draus. Es sei denn, man macht Nägel mit Köpfen: „Wir treffen uns einmal im Jahr, immer am zweiten Sonntag nach Ostern, bei mir zum Kaffee.“

 

Eines ist aber von großer Wichtigkeit: DU musst das Bedürfnis nach Gemeinschaft haben. Maria, die Mutter Jesu, war bei den wichtigsten Ereignissen in Jesu Leben zugegen. Sie war da, wie eine Mutter da ist, wenn dem Kind nach Geborgenheit zumute ist, selbst in der Stunde seines Todes und danach, liest man, ist sie bei den Jüngern geblieben. Maria ist im hier und jetzt auch für uns da. Wir kommen gerne zur Quelle der Nationen nach Banneux oder pilgern zur tröstenden Maria von Kevelaer, weil wir dort mit unseren Lasten Gehör finden und können so manche Last unseres Lebens teilen und loslassen.

 

 

Die Einladung könnte lauten: An alle, die Gott bei sich haben will – jetzt!“ Nicht nur in der Auferstehung sondern besonders im Leiden. „Wir bleiben nicht im Dreck stecken!“ meinte Pastor Derrix. „Gott gab uns ein Versprechen: Ich bin bei Euch alle Tage!“ Wir sind nicht allein. Es wird alles gut werden, auch wenn wir es manchmal nicht auf Anhieb sehen und vielleicht denken, Gott ist nicht mit mir. GOTT IST DA! Er trägt dich und nicht nur an einem Wallfahrtsort, sondern bis nach Hause. Diese Botschaft soll unter den Völkern verkündet werden … also, kommt ihr Völker alle! … und sagt es allen weiter … „Gott hat dich lieb und sei es mit einem Tässchen Kaffee!“

 

Banneux ist ein Ort der Begegnung. Es treffen einander fremde Menschen und beten gemeinsam. Jeder kommt mit eigenen Anliegen, aus unterschiedlichsten Gründen, wie eine Frau aus Ahaus, die eine Flasche mit dem Wasser aus der Quelle der Nationen bei einer Aufräumaktion im Kleiderschrank ihrer Mutter gefunden hatte. Sie erinnerte sich an die Erzählungen ihrer Mutter und wollte den Ort kennenlernen. Und in einem langen Gespräch vor der Marienstatur erfuhren wir einander vom GLAUBENSWEG des anderen.

 

 

Es lohnt sich, sich auf den Weg zu machen. Pilgern ist ein Kennenlernen – ein Kennenlernen von GOTT und die WELT. Und so laden wir heute schon mit der berechtigten Frage,      „WOHIN SOLLEN WIR GEHEN?“ (Joh. 6,68), am 01. September 2019 zur diesjährigen Kevelaer Wallfahrt unserer Pfarrgemeinde ein.

 

Bis dahin oder vielleicht eher … mit einem Tässchen Kaffee .

 

Für den Pfarreirat

Barbara Kopal

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